Steingedanken

Zitate:

"Die Steine fallen von ganz allein, Dir mitten in den Weg hinein. Du brauchst sie nicht zu rufen. Erst Später wird

Dir manchmal klar, dass Sinn auch im Unheil war.

Aus Steinen wurden Stufen!"

Erich Limpach


 

 

Geduld ist ein Schmirgel, mit dem man die härtesten Steine schleifen kann.

Limpach


Das kleinste Steinchen im Schuh macht mehr Verdruss als der grösste Fels am Weg.

aus Korea


 

Es müssen Steine des Anstosses auf unserem Lebensweg liegen, damit wir aus dem Schritt der Gewohnheit gerüttelt werden.

Katharina von Siena


Auch aus Steinen, die uns in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.

Goethe


 

 "Nicht Hammerschläge, sondern der Tanz des Wassers rundet den Kiesel zu seiner Schönheit."

Tagore, ein Dichter aus Indien


Raubt man der Phantasie die Flügel, fällt sie schneller als ein Stein.

Ekkehart Mittelberg


Weil Steine leise sprechen und nur im Flüstertone

von ihrem Schicksal künden, vernehmen nur jene

diese Stimmen, die auch der Stimme des Windes,

der Wolken und der Blumen lauschen und ihnen

ihr Geheimnis abgewinnen.

Theodeor Fontane


Ich schenk' dir einen Schmunzelstein, schau her, er lacht dich an, er passt in jede Tasche rein und stupst dich manchmal an. Wenn's Leben mal nicht ganz so leicht, er nicht von deiner Seite weicht, dann schau ihn an und werde heiter, das Leben geht gleich leichter weiter. So hilft er dir an trüben Tagen und

will mit seinem Schmunzeln sagen:

Nach dem Regen da kommt Sonnenschein, den lasse in dein Herz hinein.

Unbekannter Verfasser


Erinnerungen sind die Steine am Weg auf denen wir uns ausruhen können.

Anke Maggauer-Kirsche


 

Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist und wieviel Pracht in den kleinen Dingen, in einer Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.

Rainer Maria Rilke


Sprichwörter und Redewendungen:

- Aus einem Kieselstein kann man keinen Diamanten schleifen.
- Den Stein ins Rollen bringen.
- Über Stock und Stein.
- Ein Herz aus Stein haben.
- Steter Tropfen höhlt den Stein.
- Wie ein Stein schlafen.
- Den ersten Stein werfen.
- Jeden Stein umdrehen.
- Das ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein.
- Keinen Stein auf dem anderen lassen.
- Wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen.
- Einen geworfenen Stein kann man nicht zurückrufen.
- Da beiße ich auf Granit.
- Wer den Stein nicht werfen kann, muss ihn wälzen.
- Jemandem Steine in den Weg legen.
- Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.
- Der Stein, der viel gerührt wird, bemoost nicht.
- Sprüche lassen sich leichter klopfen als Steine.

Kurzgeschichten:

Es war einmal ein Stein, hat weder Kopf noch Bein, er sah die Menschen wetzen, er sah die Menschen hetzen, er sah sie oft beim Denken, sich ihren Kopf verrenken und manche sah er holpern und über sich wegstolpern und dachte: Was hat so ein Leben für'n Sinn?

Der Mensch will immer woanders hin. Warum nur?... es ist zum Steinerweichen.

Ich bin stets hier und niemals da und kleiner als Amerika. Ich bin von dieser Welt ein Stück

und wo ich bin, da ist Glück. Da kam der kleine Mathias Speck und warf ihn im hohen Bogen weg. Der Stein ist fortgeflogen in einem schönen Bogen und sprach, als er gelandet war: Bin immer hier und niemals da!

Und flüstert dann ganz leise: Was sind wir Steine weise.   

Fredrik Vahle


Geschichten erinnern mich an Edelsteine. Es gibt grosse und kleine, rohe und geschliffene, Unikate und Plagiate, leuchtende und stumpfe, Aufmerksamkeit erregende und unscheinbare, heilende und abstossende, weiche und harte, wertwolle und weniger wertvolle, durchsichtige und undurchsichtige und unendlich verschiedene Arten und Sorten. Jede Geschichte hat ihre eigene Farbe, die eigene Stärke und die unterschiedlichste Wirkung.

Am Anfang ist die Suche nach Ihnen. Welcher Genre? dann die Sorte, traurig, lustig oder nachdenklich? Soll sie Aufmerksamkeit erregen, volle Konzentration fordern oder  uns in 

einen Entspannungszustand versetzen?

Wenn wir uns für Art und Sorte entschieden haben, fangen wir an, uns über die Handlung Gedanken zu machen oder gleich zu schreiben. Es entsteht ein ungeschliffener Diamant.

Dieser Stein braucht viel Zeit um zu wachsen und sich zu entwickeln. In diesem ungeschliffenen Diamant kann man schon so manches mal seine Klarheit und Reinheit erkennen. Die Wirkung kann überwältigen. Man kann bis ins verborgen Innere hinein sehen, obwohl er noch schmutzig von den Resten der Natur ist und sich noch nicht in seiner vollen Pracht zeigen kann.

Doch wer es möchte kann es sehen. Die Sichtweise ist hier entscheidend.

Für eine sind die Rohsteine mehr Wert als ein geschliffener, da man ihm seine natürlichen Ecken und Kanten nimmt. Das ist es auch, was den eigentlichen Stein so manchmal, und ist er noch so klein, ausmacht. Bei anderen Steinen ist das unerlässlich.

Der Diamant, ein Schliff lässt das Feuer dieses Edelsteines auflodern. Einer kann kalt und eisig wirken, während aus dem anderen die Funken sprühen. Durch den Schliff entstehen zahllose innere Lichtreflexionen, die in einer Geschichte und dem Diamanten das Feuer entladen, was

zu Farbveränderungen führt. Schmutzig-graue und gelbliche Steine erhalten ein Leuchtendes blau und grün.

Und wenn sie geschaffen sind, kann man sich eine Ewigkeit daran erfreuen. Sie lösen nicht selten natürliche Vorgänge im Körper aus wie Freude, Lachen, Weinen, Nachdenken oder Entspannen. Ich liebe sie, Geschichte, die heimlichen Edelsteine.

Autor: Lucie Li